l. n. r.: Dr. Christian Müller, Winfried Müller, Landrat Bernd Woide, Stefan Otterbein, Ortsvorsteher Edgar Möller, Bürgermeister Florian Fritzsch, Staatssekretär Michael Brand (MdB)
Von Müs, aus Müs und für Müs
Müs hat gefeiert – und wie! Anlässlich des außergewöhnlichen Jubiläums „1111 Jahre Müs“ verwandelte sich der Ortsteil am vergangenen Wochenende in einen lebendigen Festplatz. Zwei Tage lang standen Gemeinschaft, Begegnungen, Musik, Geschichte und geselliges Beisammensein im Mittelpunkt.
Unter dem Motto „Von Müs, aus Müs und für Müs“ hatten die örtlichen Vereine, der Ortsbeirat, engagierte Bürgerinnen und Bürger sowie der Festausschuss über viele Monate hinweg ein abwechslungsreiches Programm auf die Beine gestellt. Rund 350 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer waren im Einsatz und sorgten dafür, dass das Jubiläumswochenende zu einem rundum gelungenen Fest wurde.
„Was hier entstanden ist, verdient unsere höchste Anerkennung“, betonte Bürgermeister Florian Fritzsch in seinem Grußwort. „Dieses Fest ist ein beeindruckendes Beispiel dafür, was möglich ist, wenn Menschen zusammenstehen, Verantwortung übernehmen und gemeinsam anpacken. Müs hat einmal mehr gezeigt, wie stark die Verbundenheit mit dem eigenen Ort und miteinander sein kann.“
Dorfabend und vielfältiges Programm
Der Samstag begann mit einem ökumenischen Eröffnungsgottesdienst und einem festlichen Dorfabend mitten im Ortskern. Dafür wurden Straßen gesperrt und der Ortsmittelpunkt zu einer großen Begegnungsstätte. Musikalische Darbietungen, unter anderem durch die Jagdhornbläser Fulda, sowie weitere Auftritte und ein abendliches Bühnenprogramm mit Band und DJs sorgten für beste Stimmung. Rund 2.000 Besucherinnen und Besucher wurden allein am Samstag in Müs gezählt.
Auch die kulinarische Vielfalt kam nicht zu kurz. Von Bratwurst und Pommes über Flammkuchen bis hin zu einer Asia-Pfanne war für jeden Geschmack etwas dabei. Die eigens für das Jubiläum angefertigten Weingläser mit dem Logo „1111 Jahre Müs“ erinnerten dabei an die ungewöhnliche Entstehungsgeschichte des Festes.
Denn eigentlich hätte Müs bereits vor einigen Jahren das 1100-jährige Bestehen feiern können. Aufmerksam wurde man darauf erst im Zusammenhang mit der 1200-Jahr-Feier des Kernortes Großenlüder. Statt das verpasste Jubiläum bedauernd abzuhaken, entschieden sich die Müserinnen und Müser für eine ebenso originelle wie passende Lösung: Gefeiert wurde kurzerhand das 1111-jährige Bestehen des Ortsteils.
„1111 Jahre sind natürlich eine ungewöhnliche Jubiläumszahl“, erklärte der Bürgermeister. „Aber sie passt zu Müs: mit einem Augenzwinkern, viel Selbstbewusstsein und der Bereitschaft, aus einer zunächst verpassten Gelegenheit etwas ganz Besonderes zu machen.“
Geschichte zum Anfassen
Der Sonntag als Haupttag des Festwochenendes begann mit einem Frühschoppen und musikalischer Begleitung durch die Jagdhornbläser Lauterbach. Ein Vortrag zur Geschichte von Müs gab Einblicke in die Entwicklung des Ortsteils. Bereits im Vorfeld des Jubiläums hatten sich engagierte Bürgerinnen und Bürger gemeinsam mit dem Kultur-, Heimat- und Geschichtsverein intensiv mit der Ortsgeschichte beschäftigt. Drei große Schautafeln wurden im Ort aufgestellt, außerdem fanden historische Ortsführungen statt, die auf großes Interesse stießen.
„Geschichte wird nicht nur in Urkunden bewahrt“, so Bürgermeister Fritzsch. „Sie lebt vor allem durch die Menschen, die sich mit ihrem Heimatort beschäftigen, Erinnerungen weitergeben und Vergangenheit für heutige und kommende Generationen sichtbar machen.“
Für Abwechslung sorgten am Sonntag unter anderem ein Flohmarkt mit rund 40 Ständen, eine Oldtimer-Ausstellung, ein historischer Lanz Bulldog, Ponyreiten, Bullriding sowie das mit Spannung erwartete Kuhfladen-Bingo. Die Kerzeller Kartoffeldämpfer ergänzten das Programm um ein besonderes kulinarisches Angebot.
Gemeinschaft, die trägt
Besonders beeindruckend war das enge Zusammenspiel der örtlichen Vereine. Sportverein, Schützenverein, Gesangverein, Angelsportverein, Freiwillige Feuerwehr, Musikfreunde Müs, Theatergruppe, Natur- und Heimatfreunde sowie zahlreiche weitere Gruppen beteiligten sich an der Vorbereitung und Durchführung. Sie übernahmen die Bewirtung, gestalteten Programmpunkte und sorgten gemeinsam mit vielen privaten Helferinnen und Helfern für einen reibungslosen Ablauf.
„Die Vereine in Müs konkurrieren nicht gegeneinander, sondern ergänzen sich“, würdigte der Bürgermeister das Engagement. „Jeder bringt seine Stärken ein, und am Ende entsteht etwas, das größer ist als die Summe der einzelnen Beiträge. Genau diese Zusammenarbeit macht Müs so besonders.“
Auch die umfangreichen Straßensperrungen und die Organisation des Festes mitten im Ortskern stellten die Verantwortlichen vor logistische Herausforderungen. Diese wurden dank der engagierten Helferinnen und Helfer erfolgreich gemeistert.
Das Jubiläumswochenende hat eindrucksvoll gezeigt: Müs ist ein Ort mit Geschichte, Zukunft und vor allem mit einer starken Gemeinschaft. Die vielen Begegnungen, Gespräche und gemeinsamen Erlebnisse werden den Besucherinnen und Besuchern ebenso wie den Organisatorinnen und Organisatoren in Erinnerung bleiben.
„Müs liegt an diesem Wochenende ganz sicher nicht am Rand des Geschehens“, fasste Bürgermeister Fritzsch in Anlehnung an ein Zitat in der Müser Chronik zusammen. „Müs war der Mittelpunkt – für die Menschen im Ort, für die Großgemeinde und für viele Gäste aus der Region. Dieses Fest wird in die Geschichte von Müs eingehen.“
Ein herzlicher Dank gilt allen, die zum Gelingen beigetragen haben: Edgar Möller als Ortsvorsteher und Initiator, dem gesamten Organisationskomitee, den Vereinen, dem Ortsbeirat, den Anwohnerinnen und Anwohnern, den Unterstützern sowie insbesondere den rund 350 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern. Sie alle haben mit großem Einsatz ein einzigartiges Festwochenende ermöglicht – von Müs, aus Müs und für Müs.
Bürgermeister Florian Fritzsch dirigiert die Bimbacher Musikanten mit der „Vogelwiese“

